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Das Einleiten von steuernden Maßnahmen ist eine der wichtigsten Aufgaben des
Projektmanagements. Diese Aufgabe kann jedoch nur dann angegangen werden, wenn
es eine fundierte Projektplanung und eine stetige Projektüberwachung gibt. Nur
durch diese vorgelagerten Aktivitäten kann in den meisten Fällen überhaupt
erst erkannt werden, dass steuernde Maßnahmen notwendig sind.
Für die verschiedenen Situationen (Probleme, geänderte Randbedingungen,
...) müssen verschiedene Reaktionen in Betracht gezogen, bewertet und bei
Eignung veranlasst werden. Im folgenden werden für die verschiedenen Situationen die
wichtigsten Steuerungsmöglichkeiten aufgelistet und den erwünschten Auswirkungen
die unerwünschten "Nebenwirkungen" gegenübergestellt.
Verfehlung des Sachziels
Verfehlung des Terminziels
Verfehlung des Kostenziels
Verfehlung des Qualitätsziels
Probleme zwischen den Mitarbeitern (interpersonell)
Persönliche Probleme von Mitarbeitern (intrapersonell)
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Bei allen Steuerungsmaßnahmen sind folgende Punkte zu beachten:
- Der steuernde Eingriff muss dokumentiert werden (z.B. Projektlogbuch)
- Größere Eingriffe (z.B. Änderung an den Projektzielen) müssen mit dem
Kunden abgestimmt werden
- Für größere Eingriffe muss eine Risikoanalyse und -abwägung
durchgeführt werden (übertrifft der erwartete Nutzen das mögliche Risiko
?)
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Verfehlung des Sachziels
Es wird erkannt, dass das inhaltliche Ziel des Projektes, d.h. die vom Kunden
gewünschte Funktionalität überhaupt nicht, nicht vom vorhandenen Personal
oder nicht mit vertretbarem Aufwand zu realisieren ist. Dies ist z.B. der Fall,
wenn ein bestimmtes Verhalten des Systems nicht mit der vorhandenen technischen
Umgebung (Betriebssystem, Klassenbibliothek, ...) realisierbar ist.
| Gegenmaßnahme |
Gewünschte Auswirkungen |
Ungewünschte Auswirkungen |
| Spezialisten hinzuziehen |
- Neue Köpfe bringen neue Ideen
- Das Spezialwissen der Experten löst den "Knoten" und es
kann wie geplant weitergearbeitet werden
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- Die Kosten steigen, d.h. das Kostenziel ist gefährdet.
- Die bisherigen Projektmitarbeiter fühlen sich herabgesetzt und
reagieren mit Demotivation
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| Kunden eine Alternativlösung anbieten |
- "Unmögliche" Funktionalität wird umgangen
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- Der Kunde ist im Endeffekt unzufrieden, da er nicht die gewünschte
Funktionalität erhält
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| Verlagerung der Funktionalität in eine spätere
Ausbaustufe |
- Die aktuelle Projektsituation entspannt sich
- Es kann in der Zwischenzeit parallel nach möglichen Lösungen
gesucht werden (Fachzeitschriften, Newsgroups, ...)
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- Durch den Wegfall der nicht machbaren Funktion sind andere
eigentlich machbare Funktionen nicht mehr sinnvoll einsetzbar, da z.B.
die Eingangsdaten fehlen
- Der Kunde erhält nicht den gewünschten Funktionsumfang und ist
deshalb unzufrieden
- Das Problem wird nur an der Zeitachse verschoben - vielleicht ist es
überhaupt nicht machbar
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Verfehlung des Terminziels
Es wird erkannt, dass der geforderte Funktionsumfang nicht im geplanten
Zeitrahmen realisierbar ist. D.h. die Projektmitarbeiter benötigen mehr Zeit
zur Durchführung einzelner Aufgaben oder benötigte Zulieferungen (z.B. durch
den Kunden oder Unterauftragnehmer) stehen nicht zum notwendigen Zeitpunkt zur
Verfügung.
| Gegenmaßnahme |
Gewünschte Auswirkungen |
Ungewünschte Auswirkungen |
| Verschiebung des Endtermins |
- Die Terminsituation entspannt sich
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- Die Kosten können nicht im Rahmen gehalten werden (längere
Projektdauer erzeugt normalerweise höhere Kosten)
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| Reduzierung des Funktionsumfangs |
- Die Terminsituation entspannt sich
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- Der Kunde erhält weniger Inhalt für das gleiche Geld
- Der Kunde ist unzufrieden
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| Verlagerung bestimmter Funktionen in eine spätere
Ausbaustufe |
- Die Terminsituation entspannt sich
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- Die Kosten steigen, da insgesamt länger am Projekt gearbeitet wird
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| Reduzierung der Qualitätsanforderungen |
- Es muss weniger dokumentiert werden
- Es müssen weniger Sonderfälle, Fehlerfälle, ... behandelt
werden
- Es muss weniger getestet werden
- Die Terminsituation entspannt sich
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- Die Kosten steigen, da mehr Geld in die Wartung (Fehlerkorrektur)
gesteckt werden muss
- Der Endtermin verzögert sich noch mehr, da bei den Tests noch sehr
viele Fehler entdeckt werden und umfänglich nachgebessert werden muss
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| Mehrarbeit (Überstunden / Wochenende) |
- Das Terminziel kann erreicht werden
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- Die Qualität leidet
- Die Kosten steigen (Zuschläge, ...)
- Die Krankheitsquote der Mitarbeiter steigt
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| Hinzuziehen weiterer Mitarbeiter |
- Die Terminsituation entspannt sich
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- Durch den erhöhten Kommunikationsaufwand, die Einarbeitung der
neuen Mitarbeiter sinkt die Effizienz der Mitarbeiter
- Die Kosten steigen
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| Optimierung der Projektplanung |
- Pufferzeiten werden genutzt
- Mitarbeiter werden effizienter eingesetzt
- Das Terminziel kann erreicht werden
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- Die Belastung der Mitarbeiter steigt (keine Entspannungsphasen mehr)
- Kein Puffer mehr für weitere kritische Situationen vorhanden
- Verwirrung der Mitarbeiter und dadurch entstehende
Missverständnisse durch häufige Umplanungen
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| Reduzierung der "projektfremden"
Tätigkeiten der Mitarbeiter |
- Die terminliche Situation wird entspannt
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- Die "normale" Arbeit des Mitarbeiters (Linienfunktion)
leidet unter der Reduzierung und führt in der Linie zu Problemen; der
Mitarbeiter wird von dort unter Druck gesetzt
- Bei Wegfall von Aus- und Weiterbildung des Mitarbeiters kann das zu
nachlassender Motivation führen
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Verfehlung des Kostenziels
Die Projektleitung erkennt, dass die Kosten aus dem Rahmen laufen. D.h. es
werden unerwartet viele Überstunden geleistet oder Ressourcen (Mitarbeiter,
Sachmitteln) benötigt, die nicht eingeplant waren
| Gegenmaßnahme |
Gewünschte Auswirkungen |
Ungewünschte Auswirkungen |
| Reduzierung der Mitarbeiterzahl |
- Die Kosten können gesenkt werden
- Das Kostenziel wird erreicht
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- Die verbleibende Arbeit muss auf die verbleibenden Mitarbeiter
verteilt werden
- Die Qualität sinkt
- Der geplante Funktionsumfang wird nicht erreicht
- Der Kunde ist unzufrieden
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| Investitionssperre |
- Die Kosten steigen nicht im bisherigen Umfang weiter
- Das Kostenziel wird erreicht
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- Die Mitarbeiter erhalten nicht die benötigten Arbeitsmittel
(Dokumentation, Werkzeuge)
- Die Qualität sinkt
- Die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter steigt
- Der Arbeitsaufwand steigt, d.h. das Terminziel wird nicht erreicht
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| Budgeterhöhung |
- Das nun neue Kostenziel kann erreicht werden
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- Der Kunde erhält den vereinbarten Funktionsumfang für mehr Geld
- Das Vertrauen des Kunden in die Planungsfähigkeiten des
Auftragnehmers sinkt, daher ist eine weitere Zusammenarbeit in Frage
gestellt
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Verfehlung des Qualitätsziels
Es wird erkannt, dass das Endprodukt (System) nicht in der vereinbarten
Qualität erstellt werden wird.
| Gegenmaßnahme |
Gewünschte Auswirkungen |
Ungewünschte Auswirkungen |
| Schulung der Projektmitarbeiter |
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- Kosten steigen (Trainer, ...)
- Terminziel ist gefährdet (keine Projektarbeit während der
Schulungsmaßnahme)
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| Verbesserung der Methoden |
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- Kosten steigen
- Terminziel ist gefährdet (es müssen Mitarbeiter für die
Verbesserung der Prozesse abgestellt werden)
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| Reduzierung der Qualitätsanforderungen |
- Das neue Qualitätsziel kann erreicht werden
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- Der Kunde erhält weniger Qualität für das gleiche Geld
- Es muss mehr Geld in die Wartung des Systems (Fehlerkorrekturen)
gesteckt werden
- Der Auftragnehmer hat aufgrund der mangelhaften Produktqualität
einen schlechten Ruf beim Kunden
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Probleme zwischen den Mitarbeitern (interpersonell)
Es werden Probleme zwischen den einzelnen Mitarbeitern (Streit, übertriebene
Konkurrenz, Mobbing) erkannt.
| Gegenmaßnahme |
Gewünschte Auswirkungen |
Ungewünschte Auswirkungen |
| Gespräch mit den betroffenen Mitarbeitern |
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| Abstand zwischen den betroffenen Mitarbeitern
schaffen (verschiedene Teilprojekte, ...) |
- "Austrocknung" der Situation
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- Mitarbeiter können sich "degradiert" bzw.
"strafversetzt" fühlen und daher kann die Motivation sinken
- Die Terminplanung wird schwieriger, da die betroffenen Mitarbeiter
nicht mehr frei einsetzbar sind
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| Trennung von einzelnen Mitarbeitern |
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- Mitarbeiterzahl sinkt und daher ist das Terminziel gefährdet
- Beim Einsatz eines Ersatzmitarbeiters muss dieser eingearbeitet
werden und daher ist das Terminziel ebenfalls in Gefahr
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Persönliche Probleme von Mitarbeitern (intrapersonell)
Das Projektmanagement erkennt, dass ein einzelner Mitarbeiter private
(Krankheitsfall in der Familie, Alkoholismus, Belastungen in der Freizeit
[Hausbau]) bzw. persönliche Probleme (Überforderung durch die Projektaufgaben,
...) hat.
| Gegenmaßnahme |
Gewünschte Auswirkungen |
Ungewünschte Auswirkungen |
| Gespräch mit dem Mitarbeiter |
- Erkennen der Problemursache
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- Mitarbeiter sperrt vollkommen (das ist privat, das geht die Firma
gar nichts an)
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| Unterstützung für den Mitarbeiter (anonyme
Alkoholiker, ...) |
- Mitarbeiter bekommt sein Problem in den Griff
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- Verfügbarkeit des Mitarbeiters sinkt (muss jedoch in Kauf genommen
werden)
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| Entlastung des Mitarbeiters (z.B. einfachere
Aufgaben) |
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- Mitarbeiter fühlt sich degradiert und steigert sich noch weiter in
sein Problem hinein
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| Trennung vom Mitarbeiter |
- Problem wird vom Projekt ferngehalten
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- Mitarbeiterzahl sinkt und daher ist das Terminziel gefährdet
- Beim Einsatz eines Ersatzmitarbeiters muss dieser eingearbeitet
werden und daher ist das Terminziel ebenfalls in Gefahr
- Der Mitarbeiter hat weiterhin ein Problem, das gelöst werden muss
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