|
Bevor mit der eigentlichen Durchführung des Projektes begonnen werden kann,
ist es im Normalfall notwendig eine möglichst genaue Schätzung des benötigten
Aufwands durchzuführen. Dadurch wird ermittelt, ob das Projekt mit dem zur
Verfügung stehenden Budget und im gegebenen Zeitrahmen fertig gestellt werden
kann.
Insbesondere wenn das Projekt für einen externen Auftraggeber durchgeführt
werden soll ist es essentiell, dass der Vertrag erst nach einer möglichst
genauen Aufwandsschätzung geschlossen wird (immenses Risiko bei
Festpreisprojekten).
Folgende Aspekte sind bei der Erstellung einer Schätzung zu beachten:
- Eine Schätzung bedingt das Vorhandensein einer möglichst genauen
Beschreibung der zu realisierenden Funktionalität (z.B. Pflichtenheft). Ohne
eine solche Beschreibung ist der Aufwand nicht schätzbar.
- Schätzungen benötigen Zeit, deshalb muss auch entsprechend Zeit
investiert werden.
- Schätzungen sollten von mehr als einem Mitarbeiter durchgeführt werden (4-Augen Prinzip).
- In der Schätzdokumentation ist das verwendete Schätzverfahren zu
beschreiben bzw. auf dessen Beschreibung zu referenzieren.
Bei der Schätzung müssen zumindest die Aufwände für folgende Aktivitäten berücksichtigt werden:
- Projektmanagement (inkl. Projektsitzungen)
- Qualitätsmanagement (inkl. Tests)
- Konfigurationsmanagement
- Änderungswesen
- Erstellung der notwendigen Dokumentation (Technisches Handbuch,
Benutzerhandbuch)
- Vorbereitung der Entwicklungsumgebung
- Vorbereitung der Testumgebung
- Abnahmevorbereitungen
- Begleiten der Abnahme
|
Wird das Projekt auf ein schon bestehendes Datenmodell aufgesetzt, dann ist es unbedingt nötig dieses Datenmodell einem Review zu
unterziehen bevor eine Schätzung durchgeführt
wird. Dadurch kann das Risiko von inkorrekten Schätzungen deutlich verringert
werden. Das gleiche gilt für den Fall, dass ein bestehendes Altsystem
weiterentwickelt werden soll (möglicherweise keinerlei Dokumentation vorhanden,
fehlerhafte Implementierung, ...).
|
|