Forderung:
Es muss sichergestellt werden, dass alle Anforderungen (siehe Anforderungsanalyse)
vom entwickelten System erfüllt werden.
Der Test lässt sich in verschiedene Stufen einteilen, diese können beliebig
tief verfeinert werden. Die Stufen Unit-Test, Gesamttest, Integrationstest und
Belastungstest sind jedoch für praktisch alle zu erstellenden Systeme
notwendig.
Unit-Test
Der Unit-Test ist nicht Bestandteil des eigentlichen Test-Prozesses, sondern
wird normalerweise noch von den Entwicklern durchgeführt. Mit diesem Test
prüfen die Entwickler, ob das von ihnen entwickelte Modul den im Konzept
definierten Anforderungen genügt. Erst danach ist es sinnvoll, das Modul dem
Test-Team zu übergeben.
Gesamttest
Der Gesamttest prüft, ob alle vorliegenden Module den Erwartungen entsprechen
(Pflichtenheft, Konzept). Um die Prüfung durchführen zu können, muss eine
Testspezifikation erstellt werden. In dieser Testspezifikation ist zu
beschreiben, welche Testfälle zu durchlaufen sind. Mit den Testfällen sind
alle Anforderungen aus dem Pflichtenheft abzudecken. Weiterhin müssen die
Details zu den Anforderungen aus dem Konzept (z.B. Eigenschaften von
Eingabefeldern) abgedeckt werden. Für alle Testfälle sind die
Vorausbedingungen zu beschreiben, der grobe Ablauf zu definieren und das
erwartete Ergebnis aufzuführen. Es muss klar sein, wann der Test zu beenden
ist, d.h. wann der Test als erfolgreich oder fehlerhaft zu deklarieren ist.
Integrationstest
Beim Integrationstest müssen alle Systembestandteile und alle verbundenen
Systeme vorliegen. D.h. der Testaufbau muss dem späteren Produktivsystem
entsprechen. Mit diesem Aufbau ist zu beweisen, dass das entwickelte System die
Anforderungen des Auftraggebers erfüllen kann.
Belastungstest
Der Belastungstest (Lasttest) muss nicht explizit durchgeführt werden, sondern
kann auch Bestandteil des Gesamt- und Integrationstests sein. Im Belastungstest
ist zu prüfen, wie das System auf extreme Belastungen reagiert. Dabei ist
ausdrücklich über die im Pflichtenheft definierten Grenzen hinauszugehen, da
dies auch im späteren produktiven Betrieb geschehen kann. Wichtig ist, dass das
System sich immer in einem definierten Zustand befindet. D.h. bei einer
Überlastung ist es in Ordnung, wenn das System nicht mehr die normale
Funktionalität liefert, es muss jedoch eine nachvollziehbare (Fehler-)Meldung
ausgeben und die Datenintegrität wahren (d.h. maximal Verlust der Daten, die
nach der Überlastung eintreffen).
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